Der Schlüssel geht, die Rechnung kommt? Wie Sie versteckte Kosten nach dem Hausverkauf vermeiden

Das Eigenheim wurde verkauft, der Schüssel abgegeben. Doch ist damit auch die Verantwortung für die Immobilie verschwunden? Lauern versteckte Kosten für eventuell ans Licht kommende Sachschäden am Haus? Wer zahlt Infrastrukturarbeiten (Abwasser etc.), die am Tag des Vertragsschlusses beginnen?

Erschließungskosten trägt am Vertragstag der Verkäufer

Die Straße wird einen Tag vor dem Hausverkauf aufgerissen, neue Abwasserkanäle werden verlegt. Szenarien, die sich niemand wünscht – die jedoch passieren. Dabei ist der Tag des Vertragsschlusses magisch: Erschließungsbeiträge muss stets der aktuelle Eigentümer der Immobilie zu Baubeginn begleichen. Startet die Erschließung jedoch bereits am Tag des Vertragsschlusses, muss noch der Verkäufer die begonnenen Maßnahmen zahlen. Danach wird der Käufer zur Kasse gebeten.

Keine Beanstandung nach dem Kauf

Generell gilt: Was der Käufer nicht vor der Vertragsunterzeichnung beanstandet, kann er auch im Nachhinein nicht rechtlich geltend machen. Die gemeinsame Besichtigung und Dokumentation der Mängel ist daher ausschlaggebend. Im Nachhinein kann der Käufer keinen Anspruch auf Austausch oder Ersatz verlangen, denn eine Abmilderung kann allein über den Kaufpreis erfolgen. Ist der Vertrag einmal unterzeichnet, darf der Käufer im Allgemeinen keine Ansprüche mehr erheben.

Verschwiegene Mängel werden teure Mängel

Werden Mängel vorsätzlich verschwiegen bzw. versteckt, können die Kosten jedoch in die Höhe schnellen. Dies betrifft beispielsweise Pilzbefall, Überschwemmungsgefahren, Asbestbelastungen etc. Dabei muss der Verkäufer auch diesbezügliche vergangene Sanierungen offenlegen. Ehrlichkeit zahlt sich also aus, denn wo wird genauer und länger hingeschaut als bei den eigenen vier Wänden?

Zur Absicherung gegen eventuelle Rechtsstreitigkeiten ist jedem Verkäufer anzuraten, eine Mängelliste zu erstellen und vom Käufer unterzeichnen zu lassen. Nur so ist vor Gericht beweisbar, dass die jeweiligen Schäden bekannt gegeben wurden. Eine mündliche Absprache reicht hier nicht.

Versorgungsanlagen müssen funktionieren

Außerdem haften Verkäufer für die Funktionsfähigkeit der Versorgungsanlagen – also die Strom-, Kalt-, Warm- und Abwasserversorgung sowie die Heizungsanlage. Dies bedeutet jedoch keine Pflicht zur Rundumerneuerung, sondern lediglich zur Sicherstellung der Funktionsfähigkeit.

Verkäufer müssen nicht lange bangen

Doch keine Angst, die Haftbarkeit erstreckt sich zwar gesetzlich über fünf Jahre nach Verkauf der Immobilie. Doch gibt es einen Tipp: Setzen Sie beim Notar einen Stichtag an, bis zu dem Sie sämtliche Rechnungen begleichen werden. Alle weiteren Kosten, die über diesen Stichtag hinaus aufkommen, zahlt der Käufer. So ersparen Sie sich möglicherweise eine unangenehme Überraschung. 

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