Wohnungsnotstand in Berlin: die verzweifelte Suche nach Flüchtlingsunterkünften

Zwanzigtausend Flüchtlinge kommen seit Januar nach Berlin. Ende des Jahres soll sich ihre Zahl verdoppeln. Brandenburg rechnet mit ca. dreißigtausend Asylsuchenden. Die Senatsverwaltung sowie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso) – bzw. die einzelnen Sozialämter der Gemeinden – suchen händeringend nach zusätzlichen Unterkunftsmöglichkeiten. Notaufnahmeeinrichtungen werden aus dem Boden gestampft, Hotels und sogar die Garderobe des Deutschen Theaters dienen Flüchtlingen als erstes Dach über dem Kopf. Doch nicht nur die Suche gestaltet sich als schwierig, sondern auch die Verteilung der Asylsuchenden. 

Seit August dieses Jahres ist der Koordinierungsstab Flüchtlingsmanagement im Einsatz, um Ankommende auf die entsprechenden Unterkünfte aufzuteilen. Jedoch wird das Vorgehen der Lageso scharf kritisiert: Der Flüchtlingsrat Wolfgang Wieland (Grüne) äußert gegenüber dem Tagesspiegel, dass es keinen tagesaktuellen Überblick über infrage kommende Plätze geben würde. Zudem werde zukünftig die Berliner Immobilienmanagement GmbH die Prüfung einer Liste leerstehender Gebäude übernehmen, da die gegenwärtig sich im Einsatz befindende Berliner Unterbringungsleitstelle „es nicht gebracht“ habe. 

Was also, wenn der Winter mit seinen kalten Tagen und noch kälteren Nächten naht und Wohnräume knapper werden? Welche Auswirkungen haben die aktuellen Entwicklungen auf den regionalen Immobilienmarkt? Die hohe Nachfrage lässt die Preise steigen. Teilweise verdienen Vermieter von privaten Zimmern 50€ pro Person und Nacht, was nicht unbedingt bedeutet, dass die Zimmer entsprechend ausgestattet seien. Die Sozialämter können dies angesichts der Masse nicht überprüfen. Auf Grundlage des jeweiligen kommunalen Landesordnungs- oder Sicherheitsgesetzes sind Gemeinden außerdem durchaus berechtigt, Privatimmobilien zeitweise zu beschlagnahmen und diese Notleidenden zur Verfügung zu stellen – natürlich mit entsprechenden Mietzahlungen an die Eigentümer. Als weitere infrage kommende Gebäude werden bereits das Flughafengebäude Tempelhof, das leerstehende Krankenhaus in Heckeshorn oder auch Gebäude in Siemensstadt ins Auge gefasst. Die mögliche Beschlagnahmung des Sport- und Erholungszentrums (SEZ) in Friedrichshain, das einem Investor aus Leipzig gehört, wird zurzeit geprüft. Zwei- bis dreihundert Menschen könnten hier unterkommen.

Neben der Belegung leerstehender Gebäude bzw. Privatwohnungen sind zudem Neubauten angedacht: Schnell zu konstruierende Fertighäuser sollen in Leichtbauweise hochgezogen werden, 15.000 Wohnungen für 30.000 Menschen werden so voraussichtlich im nächsten Jahr entstehen – plus 15.000 ‚traditionell‘ errichtete Neubauten. Dieser neu geschaffene Wohnraum steht nicht nur Flüchtlingen offen, sondern auch anderen Wohnungssuchenden sowie Neuberlinern. Zwar sind die Baugrundstücke noch nicht unter Dach und Fach, doch steht eines fest: Berlin wächst, wird immer beliebter und auch der Zustrom von Flüchtlingen sowie der somit sehr hohe Bedarf an neuem Wohnraum werden das Stadtbild verändern.

Auch im östlichen Berliner Umland, wo 1% Immobilien naturnahe Wohnobjekte im westlichen Landkreis Oderland anbietet, öffnen Einrichtungen ihre Türen: Hoppegarten nimmt 240 Flüchtlinge auf. Hier stellt ein Hotel Zimmer bereit. Neuenhagen, Petershagen und andere Gemeinden halten sich jedoch bedeckt, da es bisher keine privaten Anbieter gibt, die Räumlichkeiten zur Verfügung stellen. 

Wir sind gespannt auf die kommenden Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt. 1% Immobilien unterstützt mit jedem Verkauf soziale Projekte in der Region und drückt auch den Neuberlinern und Neubrandenburgern die Daumen, die bei uns eine bessere, friedlichere Zukunft suchen und hoffentlich finden werden.